Ein Besucher einer Waffen- und Outdoormesse in den USA begutachtet ein Remington-Gewehr. | Bildquelle: AFP

Traditionshersteller US-Waffenfirma Remington insolvent

Stand: 13.02.2018 08:59 Uhr

Mit Remington beantragt einer der größten Hersteller von Schusswaffen und Munition in den USA Gläubigerschutz. Ein Grund: Sinkende Verkaufszahlen unter US-Präsident Trump.

Der US-amerikanische Waffenhersteller Remington hat angekündigt, einen Insolvenzantrag zu stellen. Hohe Schulden und schwächere Verkaufszahlen für Pistolen, Gewehre und Munition zwingen den Traditionsbetrieb aus dem Bundesstaat North Carolina, einen Antrag auf Gläubigerschutz zu stellen.

Das Verfahren sei mit Banken und Investoren vereinbart, teilte die Remington Outdoor Company mit. Ziel ist es demnach, die Schulden der Firma um 700 Millionen Dollar zu senken und mehr als 100 Millionen Dollar Kapital zu beschaffen. Vorerst hieß es, der Betrieb werde durch den Gläubigerschutz-Antrag nicht gestört, Rechnungen und Löhne weiterhin bezahlt.

Remington findet seit 2012 keinen Käufer

Mit Remington muss einer der größten und ältesten Hersteller von Schusswaffen in den USA Insolvenz anmelden. Die Wurzeln des Betriebs, der heute 3500 Mitarbeiter hat, reichen bis ins Jahr 1816 zurück.

Nach dem Amoklauf an der Sandy Hook-Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut 2012 war die Waffenschmiede von Angehörigen der 26 Getöteten verklagt worden. Die Beteiligungsgesellschaft Cerberus, der Remington seit 2007 gehört, scheiterte seitdem am geplanten Verkauf der Firma.

Unter Trump pausiert das Waffenhorten

Auch andere namhafte Waffenschmieden in den USA haben zu kämpfen: Von 2015 bis 2016 durchlief bereits die Traditionsfirma Colt ein Insolvenzverfahren.

Inzwischen klagen auch die Firmen Smith & Wesson sowie Sturm, Ruger and Co. über sinkende Absatzzahlen. Schuld ist offenbar ausgerechnet der Regierungswechsel: Hatten sich die US-Amerikaner unter Präsident Barack Obama noch aus Furcht vor strengeren Gesetzen mit Waffen eingedeckt, kaufen sie seit der Wahl von Donald Trump deutlich weniger. Dieser hatte schon während des Wahlkampfs seine Nähe zur US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) betont.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 13. Februar 2018 um 11:30 Uhr in der Wirtschaft.

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